BRS News Rind

In Deutschland fallen jährlich über 200 Mio. m³ flüssiger Wirtschaftsdünger an, der mineralische Düngemittel teilweise ersetzen kann. Angesichts steigender Düngerpreise gewinnt die Aufbereitung von Gülle zunehmend an Bedeutung. Für die Bewertung der Verfahren sind jedoch Kenntnisse über Nährstoffverteilung, Massenabtrenngrade, Düngewirkung und Energiebedarf erforderlich. Im Modell- und Demonstrationsvorhaben SlurryUpgrade werden rund 30 Praxisbetriebe in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen untersucht. Im Fokus stehen Separation, Trocknung und Vakuumverdampfung. Dabei werden wichtige Verfahrenskennzahlen erfasst und die Düngewirkung aufbereiteten Wirtschaftsdüngers anhand von Demonstrationsstreifen untersucht. Der Stickstoffversorgungsstatus der Kulturen wird unter anderem mittels Drohnenaufnahmen und N-Tester dokumentiert.

Vom 27. bis 28. Oktober 2026 findet die Abschlussveranstaltung des Modell- und Demonstrationsvorhabens SlurryUpgrade statt. Im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung werden aktuelle Projektergebnisse und praxisnahe Erkenntnisse rund um die Gülleaufbereitung sowie ein ganzheitliches Wirtschaftsdüngermanagement präsentiert.

Wie verändert Künstliche Intelligenz (KI) unser landwirtschaftliches Bildungssystem? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL) in zwei Formaten: Beim 5. BZL-Bildungsforum in der DEULA Nienburg erfuhren die rund 100 Teilnehmenden aus den Bereichen landwirtschaftliche Berufsbildung, Ministerien, Wissenschaft und Verwaltung sowie landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen mehr über die Chancen und Risiken von KI. Zusätzlich widmet sich der September-Schwerpunkt der B&B Agrar den Potenzialen und Grenzen generativer KI in der Unterrichts-, Ausbildungs- und Prüfungspraxis. Die neuen Artikel sind ab sofort unter www.bildungsserveragrar.de/bb-agrar/aktueller-schwerpunkt zu finden.

Gesunde Kälber sind die Grundlage für leistungsfähige und langlebige Milchkühe. In ihrem Online-Vortrag zeigt Dr. Ingrid Lorenz, Veterinärmedizinerin und Fachabteilungsleiterin des Rindergesundheitsdienstes beim Tiergesundheitsdienst Bayern e. V., praxisnah, worauf es bei Geburt, Kolostrumversorgung, Hygiene, Haltung und Fütterung ankommt und wie sich typische Kälberkrankheiten von Anfang an vermeiden lassen. Die kostenfreie Veranstaltung findet am Donnerstag, 15.10.2026, von 9:30 bis ca. 11:00 Uhr online statt. Weitere Informationen finden Sie Infotreff Milch.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) startet den 29. Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft. Gesucht werden Dorfgemeinschaften, die gemeinsam anpacken und ihren Ort mit Ideenreichtum und Engagement lebenswert und zukunftsfähig gestalten. Mitmachen können Dörfer sowie Gemeinschaften benachbarter Dörfer mit bis zu 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Wettbewerbsrunde läuft von 2027 bis 2029. Weitere Informationen zum 29. Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft sowie zu Teilnahmebedingungen und Ansprechpartnern in den Ländern gibt es hier.

Wie kann die Weidetierhaltung mit Wölfen gelingen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Bundeszentrum Weidetiere und Wolf (BZWW) aus der Perspektive der Weidetierhalter. Unter anderem wurde die 24-seitige Broschüre Empfehlungen für Anforderungen an geeignete wolfsabweisende Herdenschutzzäune veröffentlicht, die kostenfrei zum Download zur Verfügung steht. Um auf dem neuesten Stand zum Thema Herdenschutz zu bleiben, empfiehlt sich das Abonnement des Infoletters, der viermal im Jahr erscheint. Er bietet einen kompakten Überblick über aktuelle Online-Beiträge des BZWW, greift relevante Nachrichten auf und weist auf Infomaterialien sowie Veranstaltungen zum Thema Herdenschutz hin.

Die Universität Hohenheim ist für ihr Wissenschaftskommunikationsprojekt Point of Kuh mit dem Siegel Vorbildliche Kommunikation tierexperimenteller Forschung der Initiative Tierversuche verstehen ausgezeichnet worden. Point of Kuh steht für einen offenen und dialogorientierten Ansatz der Wissenschaftskommunikation. Ausgangspunkt war die teils irritierende Fotoserie Milch-Matrix des Fotografen Nikita Teryoshin über Milchproduktion, Milchwirtschaft und Nutztierhaltung. Die Fotografien wurden durch persönliche Statements von mehr als 50 Mitgliedern der Universität Hohenheim ergänzt. So entstand ein Dialog zwischen Wissenschaft, landwirtschaftlicher Praxis, Gesellschaft und Kunst – mit unterschiedlichen, teils widersprüchlichen Perspektiven. Point of Kuh öffnete bewusst Räume für Fragen und Diskussionen, anstatt komplexe Themen ausschließlich zu erklären. Dass das Projekt nun bereits zum dritten Mal ausgezeichnet wurde, unterstreicht die Bedeutung dieses Ansatzes.

VDM - Die Food and Agriculture Organization (FAO) veranstaltete am 21. September 2026 in Rom die Global Conference for Actions on One Health in Agrifood Systems mit Beteiligung des IDF-Präsidenten Gilles Froment und des IDF-Wissenschaftlers Daniel Núñez Díaz. Der One-Health-Ansatz verbindet die Bereiche Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Ernährung, Umweltschutz und öffentliche Gesundheit miteinander. Für die deutsche Milchwirtschaft verdeutlicht er die Bedeutung gesunder Tiere, verantwortungsvoller Praxis, tierärztlicher Versorgung, wissenschaftsbasierter Standards und wirksamer Kontrollen entlang der Wertschöpfungskette.

Am 15.10. diskutiert der Datenjournalist Dr. Jakob Vicari von Tactile News im Rahmen der WISSENSWERTE | European Conference of Science Journalism 2026 gemeinsam mit Kerstin Wriedt, Geschäftsführerin der Initiative Milch, die Kernergebnisse des Milch-KI-Monitors. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen, die weit über die Milch hinausgehen. Wer bestimmt, was wir über Ernährung wissen? Welche Rolle spielen Transparenz und Verantwortung? Und was bedeuten die Ergebnisse für die Kommunikation unserer Branche?

Der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) hat sich gemeinsam mit weiteren Verbänden der Land- und Forstwirtschaft und des Ländlichen Raumes an einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz beteiligt. Die Verbände appellieren an die Bundesregierung, den angekündigten Reformkurs jetzt entschlossen voranzutreiben und konkrete Verbesserungen für die heimische Land- und Forstwirtschaft auf den Weg zu bringen.

Das Bundeskabinett hat den vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorgelegten Gesetzentwurf zur Fortentwicklung von Kassenaufzeichnungen und zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung sowie zur weiteren Digitalisierung handels- und steuerrechtlicher Aufzeichnungen beschlossen, der ab einem Gesamtumsatz von 100.000 Euro pro Jahr die Einführung einer elektronischen Kassenpflicht zum 1. Januar 2028 vorsieht. Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, hat sich dafür eingesetzt, dass für die Land- und Forstwirtschaft eine Ausnahme von der Kassenpflicht gilt.