BRS News Schwein
Wir haben frühzeitig mit unserem Brief ‚5 vor 12 in der Sauenhaltung‘ auf die unbefriedigende Situation der Ferkelerzeuger in Niedersachsen und die drohenden Konsequenzen hingewiesen, in vielen Gesprächen mit den politisch Verantwortlichen haben wir das Thema vertieft. Die Entscheidung des Bundesrates gegen die Verlängerung der befristeten Übergangslösung macht unsere Sauenhalter mutlos, erklärt Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke. Das Landvolk Niedersachsen unterstützt daher einen Aufruf des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, am kommenden Donnerstag, 27. September, ab 10 Uhr im Zuge der Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Sassendorf vor dem Maritim-Hotel Schnitterhof ihre Kritik an der Entscheidung deutlich zu formulieren.
Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luftwägt sehr kritisch zwischen dem Immissionsschutz und den Anforderungen zum Tierwohl ab. Nach Meinung des Unternehmens wird das noch mehr Bürokratie für die Landwirtschaft zur Folge haben. Wer solche politischen Forderungen festlege, stelle die Zukunft der deutschen Tierhaltung in Frage, heißt es in der Meldung sinngemäß.
Der zweite Vorgang stammt aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Um die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft bis 2030 um 11 bis 14 Mio. t CO2-Äquivalente zu senken, setzt das Ministerium als eine der zentralen Maßnahmen auf die Düngeverordnung. Das Schlachtunternehmen befürchtet, dass hierfür eine Bestandsabbau in der dt. Nutztierhaltung billigend in Kauf genommen werde, obwohl nur 7 % des weltweiten CO2-Austoßes auf die landwirtschaftliche Produktion zurückzuführen sei. Tatsächlich sinken die Bestände längst: aufgrund ungünstiger politischer Rahmenbedingungen aber auch aufgrund zunehmender Ökoeffizienz.
Niedersachsen bringt heute, am 21. September, einen Plenarantrag für eine Verlängerung der befristeten Übergangsregelung um zwei Jahre bei der Ferkelkastration ohne Betäubung in das Plenum des Bundesrates ein, nachdem sich bereits zahlreiche Experten, die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft und sogar die drei großen Schlachtunternehmen für eine Fristverlängerung bzw. weitere Ausstiegsalternativen werben.
Jedem muss klar sein, dass wir nicht nur über die Ferkel abstimmen, sondern über die Zukunft der Schweinehaltung in Deutschland entscheiden,
heißt es in einer Pressemeldung des Ministeriums.
Die Bearbeitung erfolgt im Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung bis spätestens Mitte November.
Sojaextraktionsschrot in der Sauenfütterung
Proteinmarkt.
Spiegelbild des Antibiotikaeinsatzes in der Human- und Veterinärmedizinhat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies die vorläufigen Ergebnisse des landesweiten Sondermessprogramms Multiresistente Bakterien bezeichnet. Am häufigsten konnten demnach Resistenzen und Stoffe bzw. Antibiotikagruppen nachgewiesen werden, die routinemäßig auch in der Human- und Veterinärmedizin am häufigsten zum Einsatz kommen. Nur selten wurden Bakterien gefunden, die gleich gegen mehrere Antibiotika resistent seien.
Die wichtigsten Zwischenergebnisse:
- Die meisten antibiotischen Substanzen wurden in den Kläranlagenzu- und -abläufen festgestellt.
- An den Hintergrund- und Küstenmessstellen sowie in Seen, die z.T. auch Badegewässer sind, konnten keine oder nur geringe Konzentrationen der untersuchten Antibiotikarückstände nachgewiesen werden.
- Am häufigsten konnten Resistenzen und Stoffe bzw. Antibiotikagruppen nachgewiesen werden, die routinemäßig auch in der Human- und Veterinärmedizin am häufigsten zum Einsatz kommen.
- Das in der Krankenhaushygiene viel diskutierte Bakterium MRSA (Methicilin-resistente Staphylococcus aureus) konnte wie erwartet nicht nachgewiesen werden.
- Bakterienstämme mit Resistenzen gegen drei Antibiotikaklassen (3MRGN) wurden an verschiedenen Untersuchungsstellen und in unterschiedlicher Konzentration gefunden. Wie erwartet waren die Funde von dreifach resistenten Bakterien und die Konzentrationen von Antibiotikarückständen in der untersuchten Kanalisation hinter einem Klinikum sowie im Bereich von Kläranlagen höher als an anderen Stellen.
- Bakterienstämme, die gegen vier Antibiotikaklassen
Die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen rauben den schweinehaltenden Betrieben die Möglichkeit, im europäischen Wettbewerb mithalten zu können. Die Gefahr von Strukturbrüchen ist hoch. Der Erhalt und die Förderung regionaler Erzeugung mit ihren hohen Tierschutzstandards wird auch vom Verbraucher gewünscht.Auch DBV-Veredelungspräsident Johannes Röring befürchtet einen Strukturbruch vor allem im Bereich der Sauenhaltung.
ASP, Ferkelkastration und neue Haltungsvorgaben haben die Sprengkraft, die Ferkelerzeugung in Deutschland ins Aus zu führen. Dies gilt es gemeinsam zu verhindern.