BRS News Schwein

Bestandsschutz schaffen, Wettbewerbsfähigkeit erhalten

 

Die deutsche Schweinehaltung steht weiter massiv unter Druck. Die Notierung für Schweinefleisch ist im Juli auf 1,40 €/kg gefallen, die Ferkelnotierung ist um 7 € auf 30 €/Ferkel abgestürzt. Gleichzeitig verharren die laufenden Kosten seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf hohem Niveau. Viele Betriebe können ihre laufenden Kosten kaum noch decken.

Vor diesem Hintergrund muss die neue EU-Tierhaltungsstrategie als Chance genutzt werden, Tierwohl, Tiergesundheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit endlich gemeinsam zu denken. Der BRS begrüßt, dass die Europäische Kommission die Nutztierhaltung als strategisch wichtigen Sektor für Ernährungssicherheit, ländliche Räume, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft einordnet. Entscheidend ist nun aber die Umsetzung: Höhere Standards dürfen nicht erneut zu nationalen Wettbewerbsnachteilen für deutsche Betriebe führen.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat mit Kanada und den USA aushandeln können, die Beschränkungen für die Einfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen aus Deutschland wieder aufzuheben. Beide Länder hatte diese nach dem Ausbrauch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in einem Betrieb in Brandenburg im Januar 2025 eingeführt. Mit der Öffnung können unter anderem frisches Fleisch und Fleischerzeugnisse, zusammengesetzte Lebensmittel oder Milchprodukte wie Käse ab sofort wieder exportiert werden.

Der Countdown läuft: 2027 endet der aktuelle Haushalt der Europäischen Union. Bereits jetzt werden der neue Mehrjährige Finanzrahmen (MFR) und damit auch die künftige Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 verhandelt. Mit seiner aktuellen Stellungnahme bringt der Vorstand des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) die Perspektive junger Menschen aus ländlichen Regionen und der Landwirtschaft in die Debatte ein. Für uns steht vor allem die Verlässlichkeit der Agrarpolitik im Fokus, sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende Leon Ranscht. Der BDL-Bundesvorstand hält die geplanten strukturellen Umbrüche für problematisch. Das betrifft die Grüne Architektur mit dem Farm-Stewardship-System und den Wegfall der zweiten Säule. Dabei haben sich die Rahmenbedingungen schon 2023 geändert. Viele Betriebe haben ihre Betriebsabläufe und Managemententscheidungen also gerade erst an die Konditionalität und GLÖZ angepasst. Um Investitionen langfristig planen zu können, brauchen Betriebe Kontinuität, erläutert Ranscht.

Mit der Gemeinschaftsschau Landwirtschaft & Ernährung – erleben lernen bereichert der i.m.a e.V. die didacta in Köln, die am Dienstag, 10. März 2026, beginnt. Fünf Tage orientieren sich dann Lehrkräfte, Erzieher und anderes pädagogisches Fachpersonal auf der größten europäischen Bildungsmesse. Der i.m.a versammelt auf seiner Gemeinschaftsschau zwanzig Bildungspartner, die zur Landwirtschaft, Ernährungs- und Naturbildung eine Fülle an Lehr- und Lernmaterialien bereitstellen – viele kostenlos.

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. hat eine aktuelle Stellungnahme zur Wirtschhaftlichkeit von Agri-Photovoltaik veröffentlicht.

Vom 19. bis 21. Oktober 2026 findet die Veranstaltung AI Vets 2026 statt. Die internationale Tagung bringt Expertinnen und Experten aus der Tiermedizin sowie aus den Bereichen Rinder- und Schweineproduktion zusammen.

BRS Grafik Deutschland Erzeugt Schweinefleisch Mit Vergleichsweise Geringen Emissionen

Die Landwirte in Deutschland arbeiten nach hohen Standards in den Bereichen Tierwohl, Umwelt- und Ressourcenschutz und müssen strenge Emissionsschutzauflagen einhalten. Diese hohen Standards und das gute Leistungsniveau der deutschen Landwirtschaft sind der Grund dafür, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei den Emissionen gut dasteht. So werden hierzulande pro Kilogramm erzeugtem Schweinefleisch durchschnittlich nur 11,2 kg CO₂-Äquivalent erzeugt – deutlich weniger als in den meisten anderen Ländern.

Die Veterinärbehörden von Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Italien haben eine neue Vereinbarung zum grenzüberschreitenden Alpenweideviehverkehr (AWVV) beschlossen. Ziel ist es, den traditionellen Austausch von Weideflächen in den Alpen weiterhin zu ermöglichen und gleichzeitig hohe Standards im Tiergesundheitsschutz sicherzustellen.

In der Praxis liegen die Stalltemperaturen häufig über den Empfehlungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In einem Versuch im Transparenten Stall der LWK wurde untersucht, welchen Einfluss unterschiedliche Stalltemperaturen auf die Leistungen der Mastschweine haben.

Anlässlich des Landwirtschaftstages der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Mecklenburg-Vorpommern in Linstow betonte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft und warnte vor weitreichenden Kürzungen der EU-Agrarförderung. Die Landwirtschaft steht derzeit unter erheblichem Druck: sinkende Erzeugerpreise, steigende Betriebsmittelkosten und gleichzeitig hohe Anforderungen beim Klima-, Umwelt- und Tierschutz, sagte Backhaus. Gerade deshalb brauchen unsere Betriebe Planungssicherheit und Perspektiven für Investitionen. Mit Blick auf die geplante Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und den nächsten EU-Finanzrahmen warnte der Minister vor massiven Einschnitten für Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit erhalten die landwirtschaftlichen Betriebe im Land rund 314 Millionen Euro Direktzahlungen aus der ersten Säule der GAP. Nach den aktuellen Vorschlägen der EU-Kommission stünden künftig jedoch nur noch etwa 151 Millionen Euro zur Verfügung – ein Rückgang von mehr als 50 Prozent.