BRS News

Am 7. Juni ist es wieder so weit: Zum 18. Mal laden Niedersachsens Landwirtinnen und Landwirte die Bevölkerung ein, moderne Landwirtschaft aus nächster Nähe zu erleben. Mitmachen können – und sollen – möglichst viele Betriebe. Egal ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend: Acker- und Gartenbaubetriebe, Gemüse-, Obst- und Sonderkulturanbauer, Tierhalter von Geflügel, Rindern, Schweinen, Pferden, Milchvieh sowie Schafen und Ziegen, aber auch Fischzüchter sind willkommen. Interessierte Betriebe, die noch nicht dabei sind, können sich bei ihrem jeweiligen Kreisverband vor Ort anmelden und so Teil eines Tages werden.

In einem aktuellen Mastversuch der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wurde untersucht, wie sich eine sehr stark stickstoff- und phosphorreduzierte Fütterung auf Duroc-Schweine der Hypor-Magnus-Genetik auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Tiere auch unter diesen stark reduzierten Fütterungsbedingungen hohe Tageszunahmen und eine gute Futterverwertung erreichen. Zwischen der Standardfütterung und der stark N-/P-reduzierten Ration bestanden keine signifikanten Unterschiede in Mastleistung und Schlachtkörperqualität. Gleichzeitig konnten die Nährstoffausscheidungen, insbesondere beim Phosphor, deutlich gesenkt werden. Zudem erwiesen sich die Futterkosten pro 100 kg Zuwachs in der reduzierten Fütterungsvariante als niedriger.

Ein wissenschaftlicher Artikel der Agrarforschung Schweiz (Agroscope) weist darauf hin, dass Weidemast eine Option für die nachhaltige Aufzucht von männlichen Kälbern aus Milchviehbetrieben sein könnte. Wie sich zeigt, wirkt sich der Weidegang positiv auf den Immunstatus aus. Bergweiden erhöhen zudem Hämoglobin und rote Blutkörperchen. Dies spricht für eine frühe Integration graslandbasierter Systeme in der Kälberaufzucht.

Das gestrige informelle Krisentreffen der Agrarminister in Brüssel zeigt aus Sicht des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) deutlich, dass die Proteste der Landwirtinnen und Landwirte im Dezember nicht ohne Wirkung geblieben sind. Protestiert hatte die Branche, da das Freihandelsabkommen die europäische Landwirtschaft langfristig belastet. Bei dem Treffen der Agrarminister wurden nun über finanzielle Zusagen, Zoll-Erleichterungen und strengere Kontrollen für Importe beraten.

In dem Netzwerk-Fokus-Tierwohl-Workshop Erkennen von Kuhsignalen für mehr Tierwohl, der am 29. Januar 2026 in Kaufbeuren stattfindet, zeigt Wolfgang Müller, wie die Bedürfnisse von Kühe besser erkennbar sind. Was sind Kuhsignale, wie können diese bewertet werden und wie kann das Wohlbefinden und die Gesundheit von Kühen verbessert werden? sind die Inhalte des Workshops. Der Workshop ist auf 20 Teilnehmer*innen beschränkt.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt die Schweinehaltung in Deutschland weiterhin vor große Herausforderungen. Besonders Betriebe mit Auslauf- oder Freilandhaltung sind von den bestehenden Risiken und der damit verbundenen Verunsicherung betroffen.

Das Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz – Verlängerung der Laktationszeit hat sich im Projekt als vielversprechender Ansatz für moderne Milchviehbetriebe erwiesen. In einem Web-Seminar werden die Projektkoordinatorin Dr. Anke Römer und zwei Betriebsleiter von ihren Erfahrungen mit der Umstellung auf verlängerte Laktationszeiten berichten. Dabei werden sowohl die positiven Ergebnisse als auch die während der Umsetzung aufgetretenen Herausforderungen vorgestellt. Anmeldungensind bis zum 26. Januar 2026 möglich.

Das Projekt THG-Maßnahmencheck der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) beschäftigte sich mit der Frage, wie Milchkuhbetriebe ihre Treibhausgas (THG)-Emissionen wirksam senken können, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit oder andere Nachhaltigkeitsaspekte aus dem Blick zu verlieren. Die wichtigsten Erkenntnisse sind nun in einer kompakten, kostenlosen Broschüre zusammengefasst. Steckbriefe sollen Beratern, Praktikern und Forschenden einen schnellen Überblick über Chancen und mögliche Zielkonflikte der einzelnen Maßnahmen geben.

Die Food and Agricultural Organization of the United Nations (FAO) hat praktische, leicht zu handhabende Schulungsmaterialien veröffentlicht, um die Gesundheit und Produktivität der Milchkühe zu verbessern. Jedes Thema wird in kurzen Sitzungen von ca. 30-90 Minuten behandelt mit Diskussion, visuellen Hilfsmitteln und Betriebsvorführungen. Der Schwerpunkt liegt auf landwirtschaftlichen Praktiken, die Tiergesundheit und Produktionsergebnisse beeinflussen, wie Kolostrum-Management, Kälberhaltung, Ernährung, Melkhygiene und Biosicherheit.

Um Methanemissionen bei Milchkühen zu reduzieren, untersucht das Projekt MethaCow der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Auswirkungen unterschiedlicher Fütterungsmaßnahmen auf die Methanausscheidungen. Dabei sollen im gezielt angelegten Fütterungsversuch die Auswirkungen der Rationsgestaltung, aber auch der Zulage von Futterzusatzstoffen auf die Methanemission der Kühe unter Berücksichtigung von Futteraufnahme, Leistung, Gesundheit und Tierwohl erfasst werden. Zur Messung der Methanausscheidungen werden dabei sogenannte GreenFeed-Stationen eingesetzt. Erste Ergebnisse liegen bereits vor. Das Projekt wird nun als MethaCow II bis 2029 fortgeführt.